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Reisen

Nationalparks in Deutschland: Was jeden auszeichnet

Von Thomas Müller·2026-04-25·8 Min. Lesezeit
Weite Landschaft eines deutschen Nationalparks mit Wasser und Bäumen

Deutschlands 16 Nationalparks schützen sehr unterschiedliche Ökosysteme. Nicht jeder ist für jeden Reisenden gleich geeignet — einige sind leicht zugänglich, andere bewusst schwer zu erschließen. Eine Übersicht.

Nordsee: Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Hamburger Wattenmeer

Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe und einer der bedeutendsten Ökosysteme Europas. Zu bestimmten Gezeiten kann man durch den Schlick waten — mit Führer empfohlen. Die Landschaft wirkt auf viele zunächst karg, erschließt sich aber bei längerem Aufenthalt.

Für wen: Naturinteressierte, die sich auf einen ungewöhnlichen Landschaftstyp einlassen wollen. Nicht für Menschen, die einfache Wanderwege erwarten.

Bayerischer Wald: Deutschlands erster Nationalpark

Gegründet 1970, ist er der älteste Nationalpark Deutschlands. Das Besondere: Im Gegensatz zu vielen anderen Schutzgebieten darf sich die Natur hier vollständig selbst überlassen werden — auch wenn das bedeutet, dass abgestorbene Bäume liegen bleiben. Für Bergwanderer leicht zugänglich, mit einer Auswahl an Wegschwierigkeiten.

Für wen: Wanderer aller Niveaus. Das Zentrum Lusen bietet Einstiegsmöglichkeiten auch für wenig erfahrene Wanderer.

Berchtesgaden: Der einzige alpine Nationalpark Deutschlands

Der Nationalpark Berchtesgaden liegt im äußersten Südosten Bayerns und ist landschaftlich das dramatischste Schutzgebiet Deutschlands: alpine Seen, Felswände, Hochplateaus. Erschließung ist aufwändig — viele Bereiche sind nur zu Fuß erreichbar.

Für wen: Erfahrene Bergwanderer. Für Tagesausflüge aus München gut erreichbar, aber nicht für schnelle Durchreisen geeignet.

Harz: Historisch und ökologisch bedeutsam

Der Nationalpark Harz ist der größte zusammenhängende Laubwald-Nationalpark Deutschlands. Der Brocken als höchster Punkt bietet eine eigene Stimmung, ist aber touristisch erschlossen. Abseits der bekannten Wege ist der Harz eine ernsthafte Naturlandschaft.

Für wen: Familien, Wanderer ohne alpine Erfahrung, Menschen, die Geschichte und Natur verbinden wollen.

Sächsische Schweiz: Spektakulär und zugänglich

Die Sandstein-Felslandschaft der Sächsischen Schweiz zählt zu den fotogensten Landschaften Deutschlands. Das Bastei-Felsmassiv ist beeindruckend — und im Sommer entsprechend voll. Wer ruhigere Bereiche sucht, findet sie abseits der Hauptwege.

Für wen: Tagesausflügler aus Dresden, Kletterer, Familien. An Wochentagen ruhiger als an Ferienwochenenden.

Was bei der Planung hilft

Alle deutschen Nationalparks haben eigene Informationszentren, die Karten, Führungen und aktuelle Wegsperrungen anbieten. Viele bieten kostenlose Führungen für Gruppen und Schulen an. Die Webseiten der Nationalparkverwaltungen (betrieben durch die jeweiligen Bundesländer) sind zuverlässig und gut gepflegt.

Das Nationale Naturerbe und das BfN (Bundesamt für Naturschutz) veröffentlichen Übersichten aller Schutzgebiete auf ihrer Website.


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