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Reisen

Bahnreisen in Deutschland: Welche Strecken die Extrazeit wirklich wert sind

Von Anna Bergmann·2026-04-05·6 Min. Lesezeit
Zug fährt durch eine Waldlandschaft in Deutschland

Es gibt Bahnstrecken, bei denen man am liebsten nie ankommt. Nicht wegen Verspätungen — sondern weil die Fahrt selbst so gut ist, dass das Ziel fast nebensächlich wird.

Die Rheinbahn: Klassiker mit Grund

Die Strecke entlang des Mittelrheins zwischen Koblenz und Mainz (oder weiter nach Köln) ist eine der bekanntesten Bahnstrecken Deutschlands. Die Burg-Kulisse, das Wasser, die Weinberge — das ist kein Geheimtipp, sondern ein gut begründetes Klischee. Was viele nicht wissen: Die linke Rheinseite (Zug von Koblenz nach Mainz) bietet andere Perspektiven als die rechte. Beide lohnen sich.

Die Moselstrecke: Weniger bekannt, genauso schön

Von Koblenz nach Trier folgt die Bahn dem Mäander der Mosel durch Weinberge und Dörfer, die man an der Autobahn vorbei nie sehen würde. Die Strecke dauert fast zwei Stunden — und diese zwei Stunden sind keine Verlustzeit.

Das Allgäu und die Voralpenstrecke

Von München in Richtung Füssen oder Oberstdorf: Je weiter man von der Stadt wegkommt, desto mehr öffnet sich die Landschaft. Besonders eindrucksvoll im Frühherbst, wenn die Alpen schon Schnee zeigen und das Tal noch grün ist.

Thüringen: Inselsberg und Rennsteig-Region

Die Strecken durch den Thüringer Wald — von Erfurt über Gotha in Richtung Sonneberg — führen durch eine Landschaft, die industriell geprägt ist und trotzdem ruhig. Kleine Städte mit erhaltener Gründerzeitarchitektur, Wälder, Täler. Nicht spektakulär im Postkartensinne, aber eindringlich.

Was die Reise besser macht

Platzwahl: Auf bekannten Strecken wie dem Rhein empfiehlt es sich, die Sitzseite bewusst zu wählen. Vor der Fahrt lohnt sich ein kurzer Blick auf Landkarte und Fahrtrichtung.

Kein festes Programm: Bahnreisen, bei denen das Fahren selbst das Ziel ist, lassen sich schlechter planen als Reisen zum Ziel. Wer zwischen zwei Orten mit der Bahn fahren muss und dabei durch schöne Landschaft kommt — gut. Wer speziell für das Fahren unterwegs ist, sollte locker disponiert sein.

Nebenzeiten: Wer dieselbe Strecke zu verschiedenen Tageszeiten oder Jahreszeiten fährt, macht andere Erfahrungen. Die Mosel im November sieht anders aus als im Juli.

Das Deutschlandticket: Was sich verändert hat

Seit dem Deutschlandticket können Reisende mit Regionalzügen quer durch Deutschland fahren — ohne Fernzugzuschlag, für einen monatlichen Pauschalbetrag. Das verändert die Kalkulation für Spontanreisen und Bahnentdeckungen erheblich.

Viele der schönsten Strecken sind nur mit Regionalzügen befahrbar. Das Deutschlandticket macht sie für ein breites Publikum zugänglicher.


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